Windows 10 erscheint im Sommer

Microsoft bringt Windows 10 diesen Sommer auf den Markt. Damit verabschiedet sich der Hersteller von dem sonst üblichen Zeitfenster eines Windows-Marktstarts im Oktober. Zudem wurde ein neuer Hersteller für Smartphones mit Microsofts neuem Betriebssystem vorgestellt.

In diesem Sommer will Microsoft Windows 10 in den Handel bringen. Das verkündete Windows-Chef Terry Myerson auf dem Windows Hardware Engineering Community (WinHEC) Summit im chinesischen Shenzhen, wie der Hersteller im hauseigenen Windows-Blog bekanntgab. Damit haben sich die jüngsten Vorabberichte zum Termin der Markteinführung von Windows 10 bestätigt. In welchem Monat Windows 10 erscheinen werde, teilte Microsoft noch nicht mit.

Microsoft verabschiedet sich von bisherigem Zeitplan

Bisher wurde erwartet, dass Windows 10 im August 2015 auf den Markt kommen wird. Im Juni 2015 soll die RTM-Version von Windows 10 fertig werden. RTM steht für Release To Manufacturers und ist die Version von Windows 10, die dann in die Produktion geht und an Gerätehersteller verteilt wird. Nach der Veröffentlichung der RTM-Version dauert es bei Windows üblicherweise noch einmal zwei Monate, bis das Betriebssystem auf den Markt kommt.

Mit dem neuen Zeitplan verabschiedet sich Microsoft vom bisherigen Prozedere. Die vergangenen beiden Windows-Hauptversionen, also Windows 7 und Windows 8, kamen jeweils im Oktober auf den Markt und waren damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft verfügbar.

Lenovo plant Smartphone mit Microsofts Betriebssystem

Myerson gab als Windows-Chef außerdem einen neuen Hardware-Partner aus dem Smartphone-Segment bekannt. Und zwar will Lenovo noch in diesem Jahr Smartphones mit Microsofts Betriebssystem auf den Markt bringen. Diese sollen Mitte des Jahres in China erscheinen. Ob die Geräte dann auch in Europa vermarktet werden, ist noch nicht bekannt. Ebenfalls offen ist, ob es noch ein Smartphone mit Windows Phone oder gleich mit Windows 10 sein wird.

Windows 10 wird mit Hello neue Authentifizierungsmethoden abseits des Kennworts erhalten. Microsoft setzt dabei auf biometrische Erkennungsmethoden wie Fingerabdruck, Iris-Scan und Gesichtserkennung. Das klassische Kennwort könnte damit ersetzt werden, wenn der Anwender das wünscht. Verpflichtend sind die biometrischen Methoden nicht.

Mit Windows 10 peilt Microsoft vor allem Nutzer von Windows 7 an, die bisher keine Veranlassung gesehen haben, auf Windows 8.x zu wechseln. Mit der neuen Windows-Version werden einige der Besonderheiten von Windows 7 wieder in das Betriebssystem integriert. So gibt es wieder ein Startmenü, das nicht zwingend den gesamten Bildschirm ausfüllt. Der Nutzer kann zwischen der Windows-7-Darstellung und der Ansicht wählen, wie sie mit Windows 8 eingeführt wurde. Außerdem wurde Windows wieder stärker an die Bedürfnisse von Nutzern angepasst, die das Betriebssystem ohne Touchscreen verwenden.

Microsoft bietet Privatnutzern und kleinen Unternehmen Windows 10 ein Jahr lang nach dem Verkaufsstart kostenlos an. Für das kostenlose Upgrade wird eine Lizenz von Windows 7 oder Windows 8.1 benötigt. Für ältere Windows-Versionen gilt diese Option nicht. Wer das Gratis-Upgrade erhalten hat, kann es so lange nutzen, bis das betreffende Windows-Gerät verwendet wird.

Noch immer hat Microsoft keine Angaben dazu gemacht, wie viel eine Windows-10-Lizenz nach Ablauf dieses Zeitraums kostet. Es gibt derzeit die Vermutung, dass Windows 10 in Form eines Abomodells vermarktet wird – offiziell hat sich Microsoft dazu noch nicht geäußert. Mittlere und große Unternehmen werden kein kostenloses Upgrade auf Windows 10 bekommen.

Updates über Peer-to-Peer-Verfahren

Generell soll Windows 10 ständig über Windows Update aktuell gehalten werden. Für Updates wird Microsoft erstmals auch Peer-to-Peer-Technik verwenden. Die Verteilung von Updates via Peer to Peer erfolgt immer parallel zu der über Microsofts Server. Neben Windows-Updates werden so auch Apps verteilt.

Dabei kann der Anwender festlegen, ob die App- und Update-Daten zusätzlich nur aus dem lokalen Netzwerk stammen. Vor allem Unternehmen können so das eigene Netzwerk zur Verteilung von Windows-Updates verwenden. Zudem können zusätzlich Computer im Internet für die Update-Versorgung herangezogen werden. Falls im lokalen Netzwerk keine Update-Daten verfügbar sind, wird dann im Internet danach gesucht.