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Älteren Grafikkarten fehlen die Treiber Windows 10

Wer einen älteren Rechner mit Windows 7 oder 8.1 nutzt, steht beim Update auf Windows 10 teils ohne Grafiktreiber dar: AMD, Intel und Nvidia ziehen den Schlussstrich bei unterschiedlichen Generationen. Für die Fermi-Geforce-Karten muss Nvidia zudem noch den vor Monaten versprochenen DX12-Treiber nachliefern.

Bei all dem Rummel um Windows 10 und die neue DirectX-12-Schnittstelle ist ein Thema etwas untergegangen: Wie weit reicht die Unterstützung für Grafikkarten zurück oder genauer: Welche Modelle werden von AMD, Intel und Nvidia mit Treibern versehen? Wir haben bei allen drei Herstellern nachgefragt und die jeweiligen Download-Archive durchsucht.

Microsoft nennt als Mindestanforderungen schlicht eine DX9-Grafikkarte mit einem WDDM-1.0-Treiber. Dieses Windows Display Driver Model wurde 2007 mit Windows Vista eingeführt, die ersten DX9-Grafikkarten sogar schon 2002. Das Upgrade auf Windows 10 erfordert allerdings mindestens Windows 7, weshalb Nutzer dieses Betriebssystems durchaus annehmen dürften, dass bei einem Wechsel auf Windows 10 entsprechende Grafiktreiber verfügbar sein sollten.

AMD widerspricht auf einer Support-Seite solchen Annahmen: Offiziell unterstützen die Catalyst-Treiber unter Windows 10 nur Grafikkarten ab der Radeon-HD-5000-Serie aus dem Jahr 2009. Ältere Modelle erhalten schon seit 2012 keine regulären Treiberaktualisierungen mehr, sondern nur Legacy-Catalysts. Bei einem Upgrade auf Windows 10 fehlt bei Karten wie der Radeon HD 4870 die Hardware-Beschleunigung, nur der generische Standardtreiber lädt. Bei einigen Nutzern klappt es angeblich, den Windows-8-64-Bit-Treiber Legacy-Catalyst 13.4 Beta zu entpacken und manuell über den Geräte-Manager zu installieren. Damit sollen selbst aktuelle Spiele problemlos laufen.

Nvidia zieht wie AMD eine klare Grenze: Der aktuelle Geforce-Treiber 341.74 für Windows 10 und die sehr ausführliche Modellübersicht sprechen beide eindeutig von der Geforce-8-Reihe oder neuer. Besitzer einer Geforce 7800 GTX von 2005 erhalten keine Treiberunterstützung abseits des generischen Treibers, wenngleich die Karten theoretisch kompatibel zu Windows 10 sind. Wer sein System dennoch nicht aufgeben möchte, kann sich für 25 Euro eine passiv gekühlte Geforce 210 kaufen – die läuft garantiert auch nach dem Update.

Vorerst kein DX12 für Nvidias Fermi-Modelle

Wer eine Fermi-Grafikkarte wie die Geforce GTX 480 im Rechner stecken hat, sollte laut Ankündigung unter Windows 10 vom geringeren Treiber-Overhead von DirectX 12 profitieren. Derzeit bietet Nvidia aber nur einen WDDM-1.3-Treiber an, der für DX12 erforderliche WDDM-2.0-Treiber soll laut einem Support-Artikel zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.

Intel unterstützt offiziell die integrierten Grafikeinheiten von Prozessoren ab der vierten Core-Generation, sprich Haswell oder neuer. Ebenfalls kompatibel sind die in Netbooks oder Tablets verwendeten Bay-Trail-Chips wie der Atom Z3740, davon haben wir uns im Windows-10-Tablet-Test selbst überzeugt. Für ältere Grafikeinheiten wie die in Sandy-Bridge-Prozessoren bietet Intel einen Beta-Treiber an, der über Windows Update eingespielt wird. Matrox unterstützt derzeit nur Modelle der C-Serie, ebenfalls per Beta-Treiber. Für die M-Reihe überlegt der Hersteller derzeit das Windows-10-Vorgehen.

Wer also ein System verwendet, das schon viele Jahre alt ist, der sollte nicht auf Windows 10 wechseln. Die Bedienung leidet ohne Grafiktreiber unter ruckeligen Animationen und beispielsweise fehlender Videobeschleunigung.

Quelle: Golem.de