Holodeck-Zeitalter mit einer autarken Datenbrille

Microsoft arbeitet an einer Datenbrille, die auf Windows 10 basiert. Anwender können um ihre vergleichsweise aufwendig gerenderten Objekte herumgehen, sie anfassen, manipulieren und anschließend an einen 3D-Drucker senden. Außerdem soll die Brille bei der Nasa zum Einsatz kommen.

Microsofts Hololens ist eine transparente Datenbrille, mit der Microsoft Augmented Reality einen großen Schritt voranbringen will. Dazu hat das Unternehmen eine komplett autarke Lösung entwickelt, die aber nicht einfach einem Google Glass entspricht. Hololens ist anderen Augmented-Reality-Lösungen deutlich überlegen. Epson hat etwa Anfang 2014 eine AR-Brille vorgestellt, die jedoch nicht die Leistungsfähigkeit der Hololens besitzt. Die Darstellung von volumetrischen Inhalten, um die der Anwender herumgehen kann, gelingt Epson beispielsweise nicht.

 

 

Microsoft hat noch keine Details zur Hardware veröffentlicht. Die Brille besteht aus transparenten Gläsern, auf denen Inhalte angezeigt werden. Neben einer CPU und einer GPU steckt in dem Gerät eine Holographic Processing Unit (HPU) genannte Einheit, die die Augmented-Reality-Inhalte beschleunigen soll. Für die bessere Einordnung im Ton soll zudem Raumklang unterstützt werden. Microsoft nennt die Datenbrille auch einen Holographic Computer. Allerdings arbeitet nicht nur Microsoft an so einem System. Von Magic Leap sind Patente bekannt, die Ähnliches in Hardware ermöglichen.

Die Hololens von Microsoft unterstützt Gesten. Für die Bedienung zeigt der Anwender einfach auf virtuelle Schaltflächen, die auf den transparenten Displays eingeblendet werden. Das geht auch mit Anwendungen. Für die Entwicklung von 3D-Objekten gibt es ein Programm namens Holostudio. Das Programm unterstützt direkt 3D-Drucker. Mit Holostudio kann der Anwender diverse Bauteile aufnehmen und mit den Händen zusammenbauen. Holostudio versteht auch Spracheingaben. Microsoft demonstrierte das live. Während der Konstruktion kann der Anwender um seine virtuellen Gegenstände herumgehen.

 

 

Hochprofessionelle Anwendungen und Minecraft

Microsoft arbeitet für Hololens mit dem JPL (Jet Propulsion Laboratory) der Nasa zusammen. Ziel ist es, in der Raumfahrt damit zu arbeiten, ohne beispielsweise direkt mit Personal zu einem Planeten zu fliegen. Planetare Fahrzeuge können direkt gesteuert und inspiziert werden. Noch in diesem Sommer sollen erste Rover für Hololens-Projekte auf die Reise geschickt werden.

Interessant ist zudem, dass anscheinend Endanwender für Hololens angedacht sind. So sprach Microsofts Chef Satya Nadella etwa von der Nutzung von Hololens für Minecraft. Wer sich gewundert hat, warum Microsoft im vergangenen Jahr Mojang kaufte, könnte hier einen Grund gefunden haben. Das Spiel dürfte für die Hololens eine interessante Anwendung werden.

Microsoft arbeitet offenbar mit volumetrischen Displays, die wir erst vor wenigen Wochen in einem Hintergrundartikel ausführlich betrachtet haben.

Microsofts Hololens soll passend zum Abschluss von Windows 10 fertiggestellt werden. Ein genaues Datum ist noch nicht bekannt. Wir rechnen aber mit einem Abschluss der Windows-10-Entwicklung noch im Jahr 2015.

Genaue Informationen zur Verfügbarkeit oder dem Preis des Systems sind noch nicht bekannt. Da die Brille aber nicht nur für rein professionelle Anwender präsentiert wurde, dürfte sie auch für den Endanwender bezahlbar sein.

Weitere Informationen gibt es auf der Website zu Microsofts Hololens